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PRESSEINFORMATION
Rettung der Gorillas als weltweite Aufgabe
Pro Wildlife begrüßt “Frankfurter Erklärung” zum Schutz der großen Menschenaffen
München, 12. Juni 2009. Ein Katalog aus über 60 Empfehlungen ist das Ergebnis des Gorilla-Symposiums in Frankfurt. Zwei Tage lang diskutierten 160 Experten und Regierungsvertreter, welche Schritte geeignet sind, um die bedrohten Gorillas zu retten. Die Maßnahmen – zusammengefasst in der „Frankfurter Erklärung“ – sollen Wilderei und Tierschmuggel, den Raubbau an den Regenwäldern und den Krieg um Bodenschätze bekämpfen. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife sieht die Ergebnisse mit gemischten Gefühlen: „Diese Empfehlungen sind wichtig, aber sie gehen nicht weit genug“, so die Sprecherin Dr. Sandra Altherr. „Wenn die Gorillas eine Zukunft haben sollen, müssen endlich auch die Abnehmer von Tropenhölzern und Bodenschätzen ihrer Verantwortung gerecht werden.“
Klare Appelle, um Wilderei und Tierschmuggel zu bekämpfen
Die Frankfurter Erklärung macht deutlich, dass die Länder, in denen Gorillas vorkommen, die Hauptverantwortung für deren Schutz tragen. Doch auch die Regierungen der Länder, in denen illegales Affenfleisch oder lebende Jungtiere gehandelt werden, werden in der Deklaration aufgefordert, gegen den illegalen Handel vorzugehen. „Der Rettungsplan kann nur funktionieren, wenn alle Länder an einem Strang ziehen und den Schmuggel von Gorillas strikt ahnden – die zentralafrikanischen Länder dürfen hier nicht allein gelassen werden“, sagt Altherr.
Fehlende Forderungen an die Importländer von Tropenhölzern und Bodenschätzen
Die Abholzung der Regenwälder ist eine der zentralen Gefahren, vor allem für die Westlichen Gorillas. „Die Frankfurter Erklärung versäumt es leider, an die Einfuhrländer zu appellieren, den Import von illegalen Tropenhölzern zu beenden“, bedauert die Pro Wildlife-Sprecherin. „Dabei müsste die EU als einer der wichtigsten Absatzmärkte für afrikanische Hölzer endlich ein wirksames Importverbot für illegales Holz verabschieden.“ Auch beim Thema Bodenschätze geht den Artenschützern die Erklärung nicht weit genug: „Zwar sind die Abbau-Firmen von Coltan, Gold und anderen Bodenschätzen aufgefordert, keine Gorillas zu gefährden und jegliche Aktivitäten in Schutzgebieten zu stoppen. Doch die weiterverarbeitenden Firmen und die Importländer werden aus ihrer Verantwortung entlassen.“
Bewaffnete Konflikte gefährden Überleben der Östlichen Gorillas
Bewaffnete Milizen liefern sich und der Regierung blutige Auseinandersetzungen im Kampf um die wertvollen Ressourcen in der Demokratischen Republik Kongo. Ähnliche Konflikte flammen immer wieder auch in anderen zentralafrikanischen Ländern auf. Besonders begehrt sind Coltan (ein wichtiger Rohstoff für die Herstellung von Handys und Computern), Gold und Kasserit (eine Zinnverbindung). Auch durch die Nationalparks Virunga und Kahuzi-Biega, wichtige Rückzugsgebiete der Berg- und Grauer-Gorillas, zieht sich eine Spur der Vernichtung: Die Wildhüter sind der Übermacht der bewaffneten Milizen nicht gewachsen und können Wilderei und Lebensraumzerstörung nicht verhindern. „Die Frankfurter Erklärung fordert deshalb ein Eingreifen der Vereinten Nationen, um die Nationalparks zu erhalten und besonders stark bedrohte Arten zu schützen“, so die Pro Wildlife-Sprecherin.
... Frankfurter Erklärung (pdf)
Foto: G. Ohlenbostel
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